Das höchste Gut des Menschen ist nicht das eigene Haus, sondern die eigene Meinung, und manchem, der das eine hat, bleibt das andere verwehrt. Die eigene Meinung aber muss nicht statisch sein, sie kann wechseln und variieren, sie kann entschieden oder abwägend sein, sie darf sich in vielerlei Formen zeigen, als Predigt oder als Satire, nachdenklich oder ausgelassen. Aber man sollte sie offen aussprechen dürfen, und man sollte sich immer wieder austauschen mit anderen Menschen, neugierig bleiben und frei von konventionellen Denkmustern. Schönste Form des Lebens: in offenen Gedankenaustausch mit innerlich freien Menschen treten. Mehr bleibt am Ende nicht zu hoffen, und doch ist das viel. Wo sich die Gelegenheit zu freiem Gedankenaustausch ergibt, sollten wir sie also nutzen, im Gespräch, in Büchern und Briefen – und vielleicht auch in einem Blog, der nichts weiter sein will, als ein Zettelkasten ungeordneter Gedanken und Notizen oder Tagebuchaufzeichnungen. Mit der Einladung zu Widerspruch und Austausch.